Leitweg-ID: Aufbau, Prüfziffer & Prüfung
Die Leitweg-ID adressiert E-Rechnungen an Behörden in Deutschland. Prüfen Sie hier, ob eine Leitweg-ID richtig aufgebaut ist und die Prüfziffer stimmt.
Von Peppol Validator · Stand: · Grundlage: Formatspezifikation Leitweg-ID v2.0.2
Geprüft werden nur Format und Prüfziffer (ISO/IEC 7064, MOD 97-10). Ob die Leitweg-ID tatsächlich vergeben ist, kann nur der Rechnungsempfänger bestätigen. Die Eingabe bleibt in Ihrem Browser.
Was ist eine Leitweg-ID?
Wer an eine Bundesbehörde, ein Landesministerium oder eine Kommune eine elektronische Rechnung schickt, braucht die Leitweg-ID des Empfängers. Sie ist die Adresse, mit der die Rechnungseingangsplattform die Rechnung der zuständigen Stelle zuordnet. Ohne sie bleibt die Rechnung im Eingang hängen oder wird abgewiesen.
Bund und Länder haben sich im Rahmen des Standards XRechnung auf ein einheitliches Format geeinigt. Die Vergabe der einzelnen Leitweg-IDs liegt bei Bund und Ländern; die Formatspezifikation selbst wird im Betrieb XRechnung (KoSIT) gepflegt. Im B2B-Verkehr zwischen Unternehmen spielt die Leitweg-ID keine Rolle.
Aufbau der Leitweg-ID
Eine Leitweg-ID besteht aus bis zu drei Teilen, getrennt durch Bindestriche. Insgesamt ist sie 5 bis 46 Zeichen lang:
Grobadressierung-Feinadressierung-Prüfziffer
04011000-1234512345-06
| Teil | Länge | Status | Inhalt |
|---|---|---|---|
| Grobadressierung | 2–12 Ziffern | Pflicht | Länderschlüssel (01–16, 99 = Bund), optional ergänzt um Regierungsbezirk, Landkreis und Gemeinde nach dem Regionalschlüssel. |
| Feinadressierung | bis 30 Zeichen (A–Z, 0–9) | optional | Frei vergebene Unteradresse, z. B. für eine Dienststelle oder ein Referat. Bund und Länder legen ihr eigenes System fest. |
| Prüfziffer | 2 Ziffern | Pflicht | Berechnet über Grob- und Feinadressierung nach ISO/IEC 7064, MOD 97-10. |
Die Grobadressierung folgt dem Regionalschlüssel: zwei Ziffern für das Bundesland (01 Schleswig-Holstein bis 16 Thüringen) oder 99 für den Bund, dann optional eine Ziffer für den Regierungsbezirk, zwei für den Landkreis und drei, vier oder sieben für Gemeindeverband und Gemeinde. Bundesbehörden haben daher oft eine Grobadressierung wie 991 oder 992.
Die Feinadressierung ist optional und wird vom Bund oder Land frei vergeben. Erlaubt sind Buchstaben A–Z (Groß- und Kleinschreibung zählt nicht) und Ziffern. Die Spezifikation empfiehlt, sie mit einem Buchstaben beginnen zu lassen: Weil der Bindestrich nicht in die Prüfziffer eingeht, wird ein verrutschter Bindestrich zwischen Grob- und Feinadressierung sonst nicht erkannt.
So wird die Prüfziffer berechnet
Die Prüfziffer folgt ISO/IEC 7064 im Verfahren MOD 97-10, wie bei der IBAN. Das Beispiel aus der Spezifikation:
- 1.Grobadressierung übernehmen04011000
- 2.Feinadressierung ohne Bindestrich anhängen (Buchstaben: A = 10 … Z = 35)040110001234512345
- 3.Zwei Nullen für die Prüfziffer anhängen04011000123451234500
- 4.Rest der Division durch 97 bilden… mod 97 = 92
- 5.Rest von 98 abziehen, zweistellig schreiben98 − 92 = 06
Ergebnis: 04011000-1234512345-06. Zur Kontrolle nimmt man die ganze ID ohne Bindestriche (Buchstaben umgerechnet) und teilt durch 97. Bleibt der Rest 1, ist die Prüfziffer korrekt. Genau das macht der Check oben. Er zeigt bei einem Fehler auch an, welche Prüfziffer zur eingegebenen Adresse passen würde.
Wo die Leitweg-ID in der Rechnung steht
In der XRechnung gehört die Leitweg-ID in das Feld BT-10 Buyer reference. Die Regel BR-DE-15 der XRechnung verlangt, dass BT-10 immer befüllt ist.
<!-- UBL --> <cbc:BuyerReference>991-12345-73</cbc:BuyerReference> <!-- CII --> <ram:ApplicableHeaderTradeAgreement> <ram:BuyerReference>991-12345-73</ram:BuyerReference> ... </ram:ApplicableHeaderTradeAgreement>
Über das Peppol-Netzwerk kann ein öffentlicher Auftraggeber zusätzlich mit dem Schema 0204 adressiert werden: Die Leitweg-ID ist seit dem 30.09.2019 mit diesem ICD-Wert in der ISO/IEC-6523-Liste registriert. In der UBL-Rechnung steht diese Adresse als elektronische Adresse des Käufers (BT-49) mit schemeID="0204". Die Peppol-ID muss nicht mit der Leitweg-ID in BT-10 übereinstimmen. Verwenden Sie die Werte, die der Empfänger Ihnen mitteilt. Mehr dazu auf der Seite E-Rechnung in Deutschland.
Häufige Fehler mit der Leitweg-ID
- •Leerzeichen oder falsche Striche: Ein Gedankenstrich (–) statt eines Bindestrichs (-) sieht gleich aus, macht die ID aber ungültig. Der Check oben wandelt Gedankenstriche um und zeigt die bereinigte Form.
- •Bestellnummer statt Leitweg-ID: In BT-10 steht bei Behördenrechnungen die Leitweg-ID, nicht die interne Bestell- oder Vorgangsnummer. Die Bestellnummer gehört in BT-13.
- •Veraltete Leitweg-ID: Behörden strukturieren um. Eine ID, die vor zwei Jahren korrekt war, kann heute ins Leere laufen. Nehmen Sie die ID aus dem aktuellen Auftrag.
- •Prüfziffer selbst „korrigiert“: Wenn die Prüfziffer nicht passt, liegt der Fehler meist in der Grob- oder Feinadressierung. Fragen Sie beim Empfänger nach, statt die Prüfziffer anzupassen.
Was dieser Check prüft und was nicht
Der Leitweg-ID-Check prüft Zeichen, Längen, Bindestriche und Prüfziffer nach der Formatspezifikation. Er läuft vollständig in Ihrem Browser. Ob eine ID vergeben ist, kann nur der Empfänger bestätigen.
Der E-Rechnung-Validator prüft UBL- und CII-XML-Dateien gegen die Schematron-Regeln von EN16931 und Peppol BIS Billing 3.0, eine XRechnung statt gegen Peppol BIS gegen die BR-DE-Regeln der KoSIT. Bei einer XRechnung meldet BR-DE-15 also eine fehlende Käuferreferenz; ob darin eine gültige Leitweg-ID steht, prüft er nicht. Zum offiziellen Prüftool siehe KoSIT-Validator. Die Peppol-Regel PEPPOL-EN16931-R003 meldet aber, wenn weder Käuferreferenz noch Bestellreferenz vorhanden ist.
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Häufige Fragen zur Leitweg-ID
Was ist eine Leitweg-ID?
Die Leitweg-ID ist die Adresse einer öffentlichen Verwaltungseinheit für elektronische Rechnungen. Bund, Länder und Kommunen nutzen sie, um eine eingehende XRechnung an die richtige Stelle weiterzuleiten. Das Format ist in der Formatspezifikation Leitweg-ID beschrieben, die im Rahmen des Betriebs XRechnung bei der KoSIT gepflegt wird.
Woher bekomme ich die Leitweg-ID meines Auftraggebers?
Vom Auftraggeber selbst. Die öffentliche Stelle teilt ihre Leitweg-ID in der Regel mit der Bestellung oder dem Auftrag mit. Es gibt kein öffentliches Verzeichnis, aus dem Sie die passende Leitweg-ID ableiten können. Fehlt sie, fragen Sie bei der beauftragenden Stelle nach, bevor Sie die Rechnung senden.
Wie wird die Prüfziffer der Leitweg-ID berechnet?
Nach ISO/IEC 7064 mit dem Verfahren MOD 97-10, das auch bei der IBAN verwendet wird. Grob- und Feinadressierung werden ohne Bindestriche aneinandergehängt, Buchstaben durch Zahlen ersetzt (A = 10 bis Z = 35) und zwei Nullen angehängt. Die Prüfziffer ist 98 minus dem Rest der Division durch 97, zweistellig mit führender Null.
Wo steht die Leitweg-ID in der XRechnung?
Im Feld BT-10 Buyer reference (Käuferreferenz). In UBL ist das cbc:BuyerReference, in CII ram:BuyerReference im Abschnitt ApplicableHeaderTradeAgreement. Die XRechnung-Regel BR-DE-15 verlangt, dass BT-10 immer befüllt ist.
Brauche ich eine Leitweg-ID für Rechnungen an Unternehmen (B2B)?
Nein. Die Leitweg-ID ist für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber gedacht. Im B2B-Verkehr gibt es keine Leitweg-ID. Wenn Sie an ein Unternehmen eine XRechnung senden, gehört in BT-10 eine andere Käuferreferenz, die der Kunde vorgibt, zum Beispiel eine Bestell- oder Kostenstellennummer.
Ist eine Leitweg-ID mit gültiger Prüfziffer automatisch richtig?
Nein. Die Prüfziffer erkennt Tippfehler und vertauschte Ziffern, aber nicht, ob die ID tatsächlich vergeben ist oder zur richtigen Behörde gehört. Eine syntaktisch korrekte, aber falsche Leitweg-ID führt dazu, dass die Rechnungseingangsplattform die Rechnung nicht zustellen kann oder an die falsche Stelle leitet.
Was hat die Leitweg-ID mit Peppol zu tun?
Die Leitweg-ID ist seit dem 30.09.2019 als Identifikationsschema mit dem ICD-Wert 0204 in der ISO/IEC-6523-Liste registriert. Öffentliche Auftraggeber können damit als Peppol-Teilnehmer adressiert werden, etwa mit einer Peppol-ID in der Form 0204:991-…. Die Peppol-ID muss aber nicht identisch mit der Leitweg-ID in BT-10 sein; maßgeblich ist, was der Empfänger mitteilt.
Prüft der Peppol Validator auch die Leitweg-ID in meiner Rechnung?
Teilweise. Der Rechnungs-Validator prüft eine XRechnung gegen die EN16931-Regeln und die deutschen XRechnung-Regeln der KoSIT (BR-DE), ohne Peppol-BIS-Regeln. Die Regel BR-DE-15 meldet einen Fehler, wenn die Käuferreferenz (BT-10) fehlt. Aufbau und Prüfziffer der Leitweg-ID prüft der Rechnungs-Validator nicht. Nur bei Peppol-BIS-Rechnungen meldet die Peppol-Regel PEPPOL-EN16931-R003, wenn weder Käuferreferenz (BT-10) noch Bestellreferenz (BT-13) vorhanden ist. Die Leitweg-ID selbst prüfen Sie mit dem Check oben auf dieser Seite.